Geschäftsbericht 2015

Künftige Rahmenbedingungen

Die Expansion der Weltwirtschaft hat sich im Jahr 2015 verlangsamt. Für die kommenden zwei Jahre wird mit einer allmählichen, aber vorerst wenig schwungvollen Belebung gerechnet. Die derzeitige politische und wirtschaftliche Gemengelage ist schwer einzuschätzen und alles andere als übersichtlich.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Januar mit seiner Prognose für das globale Wirtschaftswachstum 2016 eine leichte Abwärtsrevision vorgelegt. Neben einer Eskalation der geopolitischen Krisen warnt der IWF besonders vor weiter fallenden Öl- und sonstigen Rohstoffpreisen sowie vor starken Abwertungen in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Die US-Notenbank hat am 16. Dezember 2015 mit einer Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte die geldpolitische Wende eingeläutet. Von einer Normalisierung des Zinsniveaus ist die Weltwirtschaft allerdings noch weit entfernt. Nach global plus 3,1 Prozent im Jahr 2015 zeigen die Prognosen des Internationalen Währungsfonds für 2016 ein leichtes Wachstum der Weltwirtschaft von 3,4 Prozent. Mit einer moderaten Belebung der internationalen Konjunktur in den Jahren 2016/2017 verbessern sich auch das Umfeld und die Perspektiven für die Zielmärkte des technotrans-Konzerns.

Der Strukturwandel Chinas – weg von einer export- und investitionsgetriebenen Wirtschaft hin zu einer stärkeren Orientierung am Dienstleistungssektor und dem privaten Verbrauch – wird ausdrücklich von der chinesischen Regierung gewünscht. Die Turbulenzen an Chinas Börsen und die Unsicherheit bezüglich der Währungspolitik haben jüngst das Vertrauen in Chinas Behörden beeinträchtigt. Eine dauerhafte Wachstumsverlangsamung in China hat auf andere Staaten, so auch auf Deutschland, spürbare Auswirkungen. Hier sind insbesondere der Maschinenbau und die Automobilindustrie betroffen.

Wachstumsprognose des Bruttoinlandsprodukts (in %)

  2016 2017
Welt 3,4 3,6
USA 2,6 2,6
Euro-Zone 1,7 1,7
Deutschland 1,7 1,7
China 6,3 6,0
Schwellenländer 4,3 4,7

Auch die Experten führender europäischer Konjunkturforschungsinstitute (ifw/EUROFRAME) erwarten für 2016 nur eine moderate Konjunkturbelebung in Europa mit einem Wachstum von 1,7 Prozent. Die Stimmung in der Euro-Wirtschaft war Ende 2015 so gut wie seit dem Frühjahr 2011 nicht mehr. Die Region bleibt damit gegenüber dem ungünstigen globalen Umfeld widerstandsfähig. Derzeit steht der günstige konjunkturelle Ausblick für Deutschland (+ 1,7 Prozent) noch im Widerspruch zur aktuell recht schwachen Entwicklung der inländischen Industrieproduktion. Treibende Kraft hinter dem Aufschwung ist nach wie vor der starke private Konsum und eine anziehende Investitionstätigkeit. Der deutsche Außenhandel bleibt laut Winterprognose des ifw auf Expansionskurs. Gleiches gilt für die Investitionen, die bedingt durch günstige Rahmenbedingungen (niedrige Zinsen, hohe Einkommenszuwächse, günstige Haushaltlage, sich bessernde Absatz- und Ertragsaussichten im In- und Ausland) wieder Fahrt aufnehmen sollen.

Der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V.) erwartet für 2016 ein Null-Wachstum für die preisbereinigte Produktion von Maschinen und Anlagen in Deutschland. Die zahlreichen Krisen in der Welt lähmen das Geschäft. Zwar laufen die USA als wichtigster Kunde sowie einige europäischen Länder nach wie vor gut, Schwellenländer wie China und Russland bremsen jedoch die Erwartungen des deutschen Maschinenbaus.

Die Eintrübung des weltwirtschaftlichen Umfeldes sorgt bei der Mehrzahl der Fachzweige des VDMA für eine hohe Unsicherheit. Die einzelnen Sparten des Maschinenbaus haben bedingt durch technische oder gesetzliche Vorgaben ihre eigenen Zyklen, ihr Produktionsverlauf unterscheidet sich daher zum Teil vom Maschinenbau-Durchschnitt. So hängt der Werkzeugmaschinenbau stark an der Automobilindustrie, während die Druckindustrie von der weltweiten Nachfrage des Offset-Printmarktes sowie dem Digital- und Verpackungsdruck abhängt. Insbesondere in den jungen Marktsegmenten Digital- und Flexodruck besteht weiterhin Wachstumspotenzial. Aufgrund der anhaltenden Konsolidierung von Druckereibetrieben in einigen Industrieländern ist in den kommenden Jahren allerdings nicht mit einer Ausweitung des Marktvolumens im Bogen- und Rollenoffsetdruckmaschinengeschäft zu rechnen.