Geschäftsbericht 2015

Chancen- und Risikoprofil

Als Technologieunternehmen agiert technotrans in einem dynamischen Marktumfeld, in dem sich ständig neue Chancen und Risiken eröffnen. technotrans betreibt ein Chancen- und Risikomanagement, das die Führung dabei unterstützt, die Unternehmensziele zu erreichen. Voraussetzung für den langfristigen Erfolg von technotrans ist es, Chancen frühzeitig zu erkennen und zu nutzen. Gleichzeitig ist das Unternehmen Risiken ausgesetzt, die das Erreichen seiner kurz- und mittelfristigen Ziele erschweren können. Als Risiken versteht technotrans aus der Ungewissheit über zukünftige Entwicklungen resultierende interne und externe Ereignisse, die sich negativ auf das Erreichen der Unternehmensziele auswirken können. Als Chancen versteht technotrans mögliche Erfolge, die über die festgelegten Ziele hinausgehen und die Geschäftsentwicklung auf diese Weise begünstigen. Risiken und Chancen sind untrennbar miteinander verbunden. Damit unterstützen die im Risikobericht erläuterten Strukturen und Prozesse zum Risikomanagementsystem in der Rückkopplung auch das Chancenmanagement. Angelehnt an die Empfehlungen des DRS 20 kategorisiert technotrans seine Risiken in fünf Risikogruppen:

Gesamtwirtschaftliche / Branchenspezifische Risiken

Der Erfolg des technotrans-Konzerns hängt nicht unwesentlich von den makroökonomischen Entwicklungen seiner Absatzmärkte -speziell der Druckmaschinenindustrie, der Werkzeugmaschinenindustrie sowie der Laserindustrie- und der Absatzmärkte seiner Kunden ab. Für die Einschätzung der makroökonomischen Entwicklung nutzt technotrans unter anderem Prognosen allgemein anerkannter Institutionen und Wirtschaftsforschungsinstitute. Die zunehmende Diversifizierung der technotrans-Unternehmensgruppe verringert die Abhängigkeit von der Zyklik einer einzelnen Branche und eröffnet gleichzeitig die Möglichkeit, an den Chancen, die verschiedene Wachstumsmärkte bieten, zu partizipieren.

Als Systemlieferant realisiert technotrans noch einen vergleichsweise hohen Umsatzanteil mit den führenden Druckmaschinenherstellern weltweit, die sich in einem fortgesetzten Restrukturierungsprozess befinden. Eine wirtschaftliche Schieflage oder das Ausscheiden eines dieser Kunden aus dem Markt hätte kurzfristig möglicherweise erheblichen Einfluss auf die Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Dauerhafte Auswirkungen erwarten wir jedoch nicht, da die Konsolidierung keinen Einfluss auf den Absatzmarkt der Druckmaschinen insgesamt haben dürfte.

Branchenspezifische Chancen und Risiken können sich für den technotrans-Konzern darüber hinaus aus technologischen und wettbewerblichen Veränderungen ergeben. technotrans begegnet diesen Risiken durch kontinuierliche Initiativen zur Sicherung und zum Ausbau der Technologie- und Innovationsführerschaft sowie durch eine Fokussierung auf Kunden und Märkte.

Ein grundsätzliches konjunkturelles und branchenspezifisches Risiko verbleibt natürlich, da die tatsächliche konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft und der deutschen Wirtschaft, insbesondere der exportorientierten Investitionsgüterindustrie, von den unterstellten Prognosen erheblich abweichen kann. Das Risiko schätzen wir zum Zeitpunkt der Berichterstellung als gering ein. Durch ihre flexiblen Produktionsstrukturen kann technotrans kurzfristig die Kapazitäten anpassen und so bei Bedarf auf eine Nachfrageänderung reagieren.

Unternehmensstrategische Risiken

Die strategische Ausrichtung des Konzerns wurde in den vergangenen Jahren durch Investitionen in Wachstumsmärkte, den Ausbau bestehender Märkte und die Akquisition weiterer Unternehmen geprägt. Ziel dieser Investitionen ist die Ausweitung der Präsenz in den bestehenden Märkten sowie die Erschließung neuer Endmärkte mit attraktivem Wachstumspotenzial. Um uns weitere Absatzmärkte zu erschließen, orientieren wir uns an unseren Kernkompetenzen und adressieren gezielt Nischenmärkte, in denen wir als Systempartner industrieller Großkunden erfolgreich sein können. technotrans arbeitet über alle Geschäftsprozesse hinweg eng mit dem Kunden zusammen.

Innovationen und die Optimierung unserer Technologien, sowohl für die Druckindustrie als auch für andere Absatzmärkte, stehen im Zentrum der Aktivitäten unserer Forschung und Entwicklung. Der Ursprung der Projekte liegt sowohl in den Business Units als auch in der Initiative der eigenen Entwicklungsabteilung. Bereits in der Produkt- und Anwendungsentwicklung entstehen neue Produkte in stetiger Abstimmung mit dem Kunden.

Grundsätzlich besteht in neuen Märkten mit neuen Kunden immer die Möglichkeit, dass die Bemühungen zur Einführung neuer Produkte nicht erfolgreich sind. Dafür ist das individuelle Risiko aufgrund der wachsenden Kundenzahl geringer. Dennoch sind Fehleinschätzungen in Bezug auf die strategische Ausrichtung des Konzerns und seine Marktpotenziale sowie fehlende Kundenakzeptanz bei neu entwickelten Produkten nicht ausgeschlossen und können negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsposition sowie den Absatz der Gruppe haben. Wir begegnen diesem Risiko mit einer sorgfältigen Analyse der Rahmenbedingungen im Vorfeld der Entwicklung neuer Produkte sowie einem sorgfältigen Qualifizierungsprozess der Prototypen und schätzen dieses Risiko daher als gering ein.

Die relevanten Märkte werden auch weiterhin kontinuierlich beobachtet und Chancen für strategische Akquisitionen als Ergänzung zum organischen Wachstum identifiziert. technotrans ist durch gezielte Akquisitionen bestrebt, die Technologieführerschaft zu stärken, Marktpotenziale zu erschließen, die Serviceleistungen gegenüber den Kunden zu verbessern und das Produktportfolio zu erweitern. Die Übernahme von Unternehmen ist mit einer Reihe von Risiken verbunden, die sich unmittelbar auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage auswirken können. Wir grenzen diese Risiken ein, indem wir häufig zunächst eine Kooperation vereinbaren, um über einen gewissen Zeitraum unsere Erwartungen in der Praxis zu überprüfen. Den Erfolg der Akquisition sichern wir auch durch eine anschließende enge Einbindung des bisherigen Managements und eine motivierende Anreizkomponente als Teil der Kaufpreisvereinbarung. Daher schätzen wir dieses Risiko im Allgemeinen als gering ein.

Sollten sich die Erwartungen bezüglich der wirtschaftlichen oder branchenspezifischen Entwicklung oder die Planungen neu erworbener Unternehmen oder die Erwartungen an neu entwickelte Produkte als nicht zutreffend erweisen, kann das Umsatz- und damit auch das Ergebnisziel möglicherweise verfehlt werden. Die Erreichung der Margenziele ist ganz wesentlich von der geplanten Umsatzentwicklung und strikter Kostenkontrolle abhängig. Des Weiteren können ungeplante Aufwendungen, beispielsweise für unerwartet notwendige Strukturmaßnahmen oder unvorhersehbare zusätzliche Qualitätsprobleme, ursächlich sein für gravierende Abweichungen. Für beides gibt es zum Zeitpunkt der Berichterstellung keine Hinweise und wir schätzen das Risiko als gering ein. Wir sind bei den Planungen für das Geschäftsjahr 2016 nach unserer Einschätzung von realistischen Planprämissen ausgegangen und können im Bedarfsfall schnell gegensteuern, um diese Risiken bestmöglich auszuschließen oder zu minimieren.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzwirtschaftliche Risiken resultieren vor allem aus Liquiditätsengpässen, Kreditfinanzierungen und Währungsschwankungen.

Grundsätzlich finanzieren sich die einzelnen Tochtergesellschaften selbst aus ihren operativen Ergebnissen. Je nach Liquiditätssituation unterstützt die technotrans AG bei der Finanzierung und stellt bei Bedarf Finanzmittel zur Verfügung. Um die jederzeitige Handlungsfähigkeit sicherzustellen, verfügt die Konzernmutter über ausreichende Liquiditätsreserven. Eine diversifizierte Finanzierungsstruktur, verteilt auf mehrere Kernbanken, verhindert eine Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern. Auch eine Veränderung des Zinsniveaus hätte keine größeren Auswirkungen auf die Ertragslage, da die laufende Finanzierung aus einem Mix aus festverzinslicher und variabler Finanzierung besteht und die Zinsänderungsrisiken abgesichert sind. Eine von den Planungen für das Geschäftsjahr 2016 erheblich abweichende Verschlechterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage könnte zur Folge haben, dass von diesen Reserven Gebrauch gemacht würde. Auf der Basis unserer Planungen für 2016 schätzen wir dieses Risiko als gering ein.

Aufgrund der Unternehmensstruktur und der Märkte haben Währungsrelationen nur moderaten Einfluss auf die operative Entwicklung des technotrans-Konzerns, da der weit überwiegende Teil des Geschäfts in Euro abgerechnet wird. Fremdwährungsrisiken von den Tochtergesellschaften werden konzernintern auf die Konzernmutter übertragen und somit zentral gebündelt. Die Entwicklung der Wechselkurse kann hingegen die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden befördern oder behindern.

Das Risiko eines größeren Forderungsausfalls bewerten wir auch aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre insgesamt als gering. Neukunden werden stets einer geordneten Bonitätsprüfung unterzogen. Wo möglich, haben wir die Forderungen gegen Ausfall versichert und so das Risiko weiter eingeschränkt. Insgesamt schätzen wir die finanzwirtschaftlichen Risiken als gering ein.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Neben den unternehmensstrategischen Risiken bestehen für technotrans leistungswirtschaftliche Risiken wie insbesondere Beschaffungsrisiken und Produktionsrisiken. Die Einkaufsmaterialien unterliegen grundsätzlich dem Risiko der Preisschwankungen. technotrans begrenzt das Preis- und Mengenrisiko durch ein systematisches Lieferantenmanagement sowie durch den Aufbau einer Gruppeneinkaufsstruktur, um die Skaleneffekte des Konzerns bei der Beschaffung der wichtigsten Materialgruppen zu nutzen. Für 2016 erwarten wir keine signifikanten Erhöhungen der Beschaffungspreise. Des Weiteren besteht das Risiko, dass die Erwartungen der Kunden bezüglich termingerechter Lieferung oder Qualität nicht erfüllt werden. Eine Vielzahl von Prozessen und Instanzen, angefangen vom Lieferantenmanagement und der Kundenprojektabwicklung bis zum Qualitätsmanagement, sollen diesbezügliche Risiken vorausschauend beseitigen.

Grundlage der modernen Arbeitsumgebung ist eine sichere und effektive IT-Infrastruktur. Die wachsende Vernetzung der Systeme und die Notwendigkeit der permanenten Verfügbarkeit stellen hohe Anforderungen an die eingesetzte Informationstechnologie. Möglichen Risiken aus dem Ausfall von Rechnersystemen und Netzwerken, unberechtigten Datenzugriffen oder Datenmissbrauch begegnet technotrans mit einer zentralen Shared-Service-Center-Funktion (technischer und organisatorischer Art) sowie regelmäßigen Investitionen und Kontrollen.

Der Erfolg des technotrans-Konzerns hängt wesentlich auch von der Einsatzbereitschaft, dem Know-how und der Integrität der Mitarbeiter ab. Mögliche Risiken ergeben sich im Wesentlichen bei der Personalbeschaffung und Personalentwicklung. Veränderungen von Strukturen oder Prozessen bergen das Risiko, Mitarbeiter und ihr Know-how zu verlieren, weil sie sich mit diesen Maßnahmen nicht identifizieren und sich deshalb anderweitig orientieren (Fluktuation). Wir begegnen diesem Risiko durch zielgerichtete Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, die Verlagerung von individuellen Kompetenzen auf Teams sowie eine leistungsgerechte Vergütung. Die Mitarbeiter schätzen die positive Unternehmenskultur, so dass die Gesamtheit aller Maßnahmen technotrans zu einem attraktiven Arbeitgeber macht. Insgesamt schätzen wir die leistungswirtschaftlichen Risiken als gering ein.

Rechtliche Risiken

Zukünftige Gesetzes- und Vorschriftsänderungen und damit verbundene Normenänderungen können sich negativ auf die Entwicklung des technotrans-Konzerns auswirken. Zudem können sich aus dem operativen Geschäft der technotrans AG und ihrer Tochtergesellschaften Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzverpflichtungen ergeben. Ein effizientes Vertrags- und Qualitätsmanagement sowie ein Compliance-System minimieren dieses Risiko zwar, können aber keinen grundsätzlichen Ausschluss garantieren. Zur Risikovorsorge hat technotrans einen ausreichenden Versicherungsschutz und darüber hinaus werden Rückstellungen bilanziert.

Risiken aus dem Ausgang von Gerichts- oder Schiedsverfahren, die nach heutiger Einschätzung einen erheblichen nachteiligen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der Gruppe haben könnten, bestehen weder für die technotrans AG noch für die einzelnen Tochtergesellschaften. Insgesamt schätzen wir die rechtlichen Risiken als gering ein.