Geschäftsbericht 2015

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Umsatzentwicklung

Der Konzernumsatz der technotrans stieg 2015 absolut um 10,4 Millionen € auf 122,8 Millionen €. Dies entspricht einem Plus von 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (112,4 Millionen €). Das Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2015 ist wie im Vorjahr rein organisch bedingt. 35 Prozent des Konzernumsatzes werden inzwischen außerhalb der Druckindustrie erwirtschaftet (Vorjahr: 33 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich dank der guten Marktposition von technotrans in der Druckindustrie auch das Geschäft mit den Kunden im Offset-, Digital- und Flexodruck wieder positiv. Der Umsatz wuchs hier um 6,8 Prozent. Dank des Zugewinns von Markt- und Umsatzanteilen ist es technotrans 2015 erneut gelungen, in allen relevanten Märkten zu wachsen. Der größte Umsatzanstieg resultiert aus unseren Projekten im Bereich der Lasertechnik, der Stanz- und Umformtechnik sowie der Medizin- und Scannertechnik.

Aufgrund der Kundenstruktur in der Druck- und auch in der Laserindustrie, hat technotrans traditionell einen hohen Liefer- und Umsatzanteil in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2015 sank der Umsatzanteil, den der Konzern mit deutschen Kunden erzielte, von 55,1 Prozent im Vorjahr auf 50,0 Prozent. Im übrigen Europa konnte der Umsatzanteil dank eines erneuten Umsatzzuwachses von 21,5 Prozent auf 23,2 Prozent gesteigert werden. Der Umsatzanteil in Amerika erhöhte sich ebenfalls leicht und erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr 14,8 Prozent nach 13,7 Prozent in 2014. Die asiatische Region verzeichnete im Geschäftsjahr 2015 wieder ein Wachstum, der Umsatzanteil erhöhte sich von 9,7 Prozent auf 12,0 Prozent.

technotrans arbeitet im Seriengeschäft mit den Industriekunden auf der Basis von Abrufaufträgen. In der Regel wird vorab die Ausstattung bestimmter Maschinenmodelle mit den Produkten von technotrans vereinbart. Das Zeitfenster zwischen dem Abruf und der Lieferung beträgt selten mehr als vier Wochen. Aufgrund dieser Rahmenlieferverträge ist eine Angabe zu Auftragseingang und Auftragsbestand wenig aussagekräftig.

Marktübliche Preisanpassungen konnten 2015 in erster Linie im Servicegeschäft vorgenommen werden. Im Geschäft mit den Druckmaschinenherstellern arbeitet technotrans in der Regel mit mehrjährigen Rahmenverträgen, die während ihrer Laufzeit nur gut begründete Preisanhebungen zulassen. Dasselbe gilt für den Wunsch nach Preisreduktionen seitens unserer Kunden. Eine langfristige und partnerschaftliche Beziehung zu unseren Kunden und die Sicherung unserer Stellung im Markt haben für uns Priorität gegenüber kurzfristigen Preismaximierungen. In den übrigen Märkten zeigt sich mit Rückblick auf das abgeschlossene Geschäftsjahr eine insgesamt stabile Entwicklung der Preiseffekte.

Ergebnisentwicklung

Der technotrans-Konzern hat seine Ertragskennzahlen zum 31. Dezember 2015 gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert und damit das Ergebnis je Aktie (EPS) um rund 43 Prozent gesteigert.

Das Bruttoergebnis (Rohertrag), also der Umsatz abzüglich der Umsatzkosten, summierte sich auf 41,4 Millionen € (Vorjahr: 37,4 Millionen €). Zur Verbesserung des Bruttoergebnisses um 10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr trugen vor allem das gestiegene Umsatzvolumen und die Effekte aus einem veränderten Produktmix bei. Der Materialaufwand erhöhte sich umsatzproportional um 9,2 Prozent. Somit liegt die Materialaufwandsquote mit 39,0 Prozent auf gleicher Höhe wie im Vorjahr. Die Bruttomarge stieg zum Jahresende leicht auf 33,7 Prozent (Vorjahr: 33,3 Prozent).

Das operative Ergebnis (EBIT) überstieg mit 9,0 Millionen € das Vorjahresniveau (Vorjahr: 6,8 Millionen €) mit einem Plus in Höhe von 31,1 Prozent deutlich. Im Geschäftsjahr 2015 wurde damit eine EBIT-Marge von 7,3 Prozent nach zuvor 6,1 Prozent erzielt. Unser Ziel, im Geschäftsjahr 2015 eine EBIT-Marge zwischen 6,8 und 7,3 Prozent zu erreichen, haben wir damit am oberen Ende unserer Erwartungen erfüllt.

Margenentwicklung des technotrans-Konzerns

  2015 2014 Veränderung
in Mio € in % in Mio € in % in %
Bruttoergebnis 41,4 33,7 37,4 33,3 10,6
EBITDA 12,2 9,9 9,9 8,8 23,4
EBIT 9,0 7,3 6,8 6,1 31,1
EBT 8,7 7,1 6,3 5,6 38,8
Jahresüberschuss 6,2 5,1 4,4 3,9 40,8

Mit einem Anstieg um 5,7 Prozent auf 17,1 Millionen € (Vorjahr: 16,2 Millionen €) entwickelten sich die Vertriebskosten im Verhältnis zum Umsatzwachstum unterproportional. Auch die allgemeinen Verwaltungskosten erhöhten sich nur leicht von 12,6 Millionen € auf 13,0 Millionen €. Die Entwicklungskosten hingegen lagen im Geschäftsjahr 2015 mit 4,3 Millionen € erneut etwas höher als im Vorjahr (3,4 Millionen €). technotrans investiert unverändert in eine Vielzahl von Entwicklungsprojekten im Bereich der neuen Märkte.

Im Berichtsjahr erhöhte sich der positive Saldo aus den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen um 0,4 Millionen € auf 1,9 Millionen €. Im Vergleich zum Vorjahr wurden insbesondere zusätzliche Erträge aus Versicherungsentschädigungen und sonstigen periodenfremden Erträgen realisiert. 2015 ergaben sich aus den starken Währungsschwankungen saldierte Kursgewinne in Höhe von 0,6 Millionen €. Sie erreichten damit das gleiche Niveau wie im Geschäftsjahr 2014. Der Einfluss von Kursschwankungen auf das operative Ergebnis wurde nicht durch entsprechende Instrumente abgesichert.

Der Personalaufwand stieg absolut von 39,8 Millionen € im Vorjahr auf 42,2 Millionen € in 2015, vorrangig bedingt durch die gewachsene Stammbelegschaft infolge der Geschäftsausweitung sowie durch den Effekt aus einer Entgelterhöhung im Konzern. Die Personalaufwandsquote sank im gleichen Zeitraum von 35,4 Prozent auf 34,3 Prozent.

Die planmäßigen Abschreibungen lagen mit 3,2 Millionen € leicht über dem Niveau von 2014 (3,0 Millionen €). Damit überstiegen sie im Geschäftsjahr 2015 erneut die Investitionen in das Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 1,7 Millionen € (Vorjahr: 1,4 Millionen €).

Das Zinsergebnis 2015 war erwartungsgemäß weiter rückläufig und betrug netto -0,3 Millionen € (Vorjahr: -0,6 Millionen €). Zum einen reduzierten sich die Finanzschulden im Jahresverlauf planmäßig und führten so zu einem Rückgang der Zinsaufwendungen. Einen gegenläufigen Effekt von 0,05 Millionen € zur Folge hatte jedoch die vorzeitige Ausübung der Call-Put-Option bei der gds Sprachenwelt-Anteilsübernahme. Zum anderen ist in der Position Zinsertrag auch die Ergebnisauswirkung aus der Folgebewertung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit der KLH Gesellschaften in Höhe von 0,18 Millionen € enthalten. Der Ausweis erfolgt aus Konsistenzgründen im Zinsergebnis.

Der Steueraufwand für das abgelaufene Geschäftsjahr liegt mit 2,5 Millionen € über dem Niveau des Vorjahres von 1,9 Millionen €; das entspricht einer Steuerquote von 28,5 Prozent (Vorjahr: 29,5 Prozent). Zu den steuerlichen Besonderheiten finden sich weitere Erläuterungen im Konzernanhang unter Ziffer 26.

Das Konzernergebnis nach Steuern (Jahresergebnis) für das Geschäftsjahr 2015 erreichte 6,2 Millionen € (Vorjahr: 4,4 Millionen €), was einer Umsatzrendite von 5,1 Prozent (Vorjahr: 3,9 Prozent) entspricht. Das Ergebnis je im Umlauf befindlicher Aktie hat sich von 0,67 € auf 0,96 € erhöht.

Segmentbericht

Im Segment Technology stiegen die Umsätze im Geschäftsjahr 2015 auf 81,4 Millionen €. Der Umsatzanteil dieses Segments beträgt damit 66,3 Prozent, was im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum einen leichten Zuwachs darstellt (Vorjahr: 65,6 Prozent). Der Anstieg um 7,6 Millionen € oder 10,4 Prozent gegenüber 2014 ist in allen relevanten Teilmärkten des Konzerns, also sowohl dem Maschinen- und Anlagenbau, in den Wachstumsmärkten als auch in der Druckindustrie realisiert worden. Das Segment profitierte erneut vor allem von der organischen Geschäftsausweitung im Non-Print-Bereich. Eine positive Geschäftsentwicklung des Konzerns insbesondere in der Laserindustrie sowie eine erfolgreiche Fortsetzung des Marktanteilausbaus in den neuen Märkten lieferten die Basis für das deutliche Umsatzwachstum im Bereich der selbstentwickelten Technologien zur Temperierung, Filtration und Kühlschmierstoff-Aufbereitung und auch der Sprühbeölung. 2015 setzte technotrans auch im größten Markt, der Druckindustrie, seine Wachstumsziele um. Positiv auf die Umsatzentwicklung wirkten sich hier der Ausbau der Marktanteile im Offsetdruck sowie das ansteigende Seriengeschäft im Digital- und Flexodruck aus.

Der Umsatz des Segments Technology ist aufgrund der Kundenstruktur traditionell stark deutschlandorientiert. Nach 62,1 Prozent im Vorjahr ging der Umsatzanteil, der mit deutschen Kunden generiert wurde, im Berichtszeitraum allerdings auf 57,3 Prozent zurück. Im übrigen Europa stieg hingegen der Umsatzanteil von 16,8 Prozent auf nun 19,0 Prozent erneut gegenüber dem Vorjahr. Auch die Umsätze in der asiatischen Region kamen nach 9,5 Prozent im Vorjahr auf 11,7 Prozent im Geschäftsjahr 2015. Mit 12,0 Prozent lag der Technology-Umsatzanteil in Amerika ebenfalls leicht über dem Vorjahreswert (11,6 Prozent).

Unseren Tochtergesellschaften Termotek und KLH gelang es auch im Geschäftsjahr 2015, wie erwartet, im zweistelligen Prozentbereich (+11 Prozent) zu wachsen. Damit lag ihr Umsatzanteil im Segment Technology bei rund 40 Prozent.

Die Ertragslage im Segment Technology verbesserte sich erwartungsgemäß. 2015 profitierte das Segment sowohl von dem erneuten Umsatzwachstum als auch von einem verbesserten Produktmix in sämtlichen Zielmärkten des Konzerns. Insgesamt stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Segment Technology demzufolge gegenüber dem Vorjahr von 0,4 Millionen € auf 2,1 Millionen €. Die Segmentrendite betrug zum Ende des Geschäftsjahres 2,6 Prozent (Vorjahr: 0,6 Prozent).

Dem Segment Technology sind am Jahresende 566 Mitarbeiter zuzuordnen (Vorjahr: 529). Die allgemeinen Verwaltungsbereiche wurden wie in den Vorjahren den Segmenten umsatzanteilig hinzugerechnet. Der Anstieg um 37 Mitarbeiter (+7 Prozent) erfolgte nahezu ausschließlich in den deutschen Produktionsstandorten und ist wachstumsbedingt überwiegend in den fertigungsnahen Bereichen begründet.

Das Segment Services verzeichnete im Berichtszeitraum ein Wachstum von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und generierte einen Umsatz in Höhe von 41,4 Millionen € (Vorjahr: 38,6 Millionen €). Nach einem leichten Umsatzrückgang im Vorjahr schaffte technotrans hier den erwarteten Turnaround. Innerhalb des Segments resultierte der Anstieg im Wesentlichen aus dem Nachfolgegeschäft in nahezu allen Teilmärkten. Lediglich das Dienstleistungsgeschäft im Bereich der Technischen Dokumentation blieb infolge der Auftragsschwäche im ersten Halbjahr unter den Erwartungen und konnte das Gesamtjahr nicht mit einem Umsatzzuwachs abschließen. Insgesamt 33,7 Prozent des Konzernumsatzes entfielen im Geschäftsjahr 2015 auf das Segment Services.

Die regionale Umsatzverteilung im Segment Services zeigt für das Geschäftsjahr 2015 eine vergleichbare Entwicklung wie das Segment Technology. Danach ergibt sich folgende Verteilung der Umsatzanteile im Vergleich zum Vorjahr: Deutschland mit 35,7 Prozent (Vorjahr: 41,7 Prozent), übriges Europa 31,5 Prozent (Vorjahr: 30,5 Prozent), Asien 12,4 Prozent (Vorjahr: 9,9 Prozent) und Amerika 20,4 Prozent (Vorjahr: 17,9 Prozent).

Die Erträge (EBIT) im Segment Services erhöhten sich im Berichtszeitraum von 6,4 Millionen € um 6,8 Prozent auf 6,8 Millionen €. Das Segmentergebnis entspricht absolut den Erwartungen. Mit einer EBIT-Marge von 16,5 Prozent bestätigt das Ertragsniveau damit den Vorjahreswert.

Dem Segment Services waren am Jahresende 262 Mitarbeiter zuzuordnen (Vorjahr: 252). Die allgemeinen Verwaltungsbereiche wurden wie in den Vorjahren den Segmenten umsatzanteilig hinzugerechnet.

Finanzlage

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Die Steuerung des Finanzmanagements innerhalb des technotrans-Konzerns erfolgt zentral durch die Führungsgesellschaft. Es umfasst primär die Liquiditätssteuerung, die Beschaffung von Fremdkapital sowie das Management von Zins- und Währungsrisiken. Der Konzern bildet weitgehend eine finanzielle Einheit und optimiert damit die Kapitalbeschaffungs- und Anlagemöglichkeiten. Das übergeordnete finanzpolitische Ziel von technotrans ist die Gewährleistung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Wachstum, Eigenkapitalrentabilität und Finanzierungssicherheit. Das technotrans Finanzmanagement ist unverändert darauf ausgerichtet, die jeweils erforderlichen Finanzmittel für das operative organische Wachstum und für die in diesem Zusammenhang erforderlichen Investitionen aus eigener Kraft zu erwirtschaften. Dieses Ziel wurde auch im Geschäftsjahr 2015 erreicht. Die selektiven Investitionen (1,7 Millionen €) beschränkten sich erneut auf Erhaltungsinvestitionen.

Die Risikobegrenzung erstreckt sich über alle finanzwirtschaftlichen Risiken, die den Bestand von technotrans gefährden könnten. technotrans nutzt ausgewählte derivative Finanzinstrumente ausschließlich zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken bei variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten. Außerdem steuert die Gesellschaft den Finanzbedarf im Konzern über die verfügbaren Kreditfazilitäten der technotrans AG, der Termotek GmbH und der KLH Kältetechnik GmbH. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 8,1 Millionen € (Vorjahr: 11,6 Millionen €). Währungseinflüsse im Bereich externer Finanzverbindlichkeiten bestehen nicht. Konzernintern werden teilweise kurz- und langfristige Ausleihungen zwischen den Konzerngesellschaften vorgenommen, um lokal jeweils eine weitgehende Liquiditätsversorgung sicherzustellen. Daneben bestehen nennenswerte Liquiditätsbestände (liquide Mittel) in EUR, USD und GBP. Instrumente zum Hedging von Fremdwährungspositionen wurden nicht über den Stichtag 2015 hinaus eingesetzt.

Kapitalstruktur

Mit einer Eigenkapitalquote von 68,0 Prozent zum 31. Dezember 2015 und einem Kreditrahmen von rund 21,5 Millionen € verfügt technotrans über eine tragfähige und nachhaltige Finanzierungsstruktur.

Wichtigste Finanzierungsquelle ist der Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit (operativer Cash Flow). Durch eine Optimierung des Nettoumlaufvermögens (Working Capital) werden flüssige Mittel freigesetzt, die Verschuldung gering gehalten und damit Kennzahlen zur Bilanzstruktur (z. B. Eigenkapitalquote) und Kapitalrentabilität verbessert.

Im Jahresverlauf wurden die Fremdfinanzierungsanteile in allen Konzerngesellschaften weiter reduziert. Die Restlaufzeiten der bestehenden Finanzschulden betragen durchschnittlich zweieinhalb Jahre. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden kurzfristige Finanzierungslinien nur zeitweise in Anspruch genommen. Zum Ende des Geschäftsjahres belief sich der durchschnittliche gewichtete Fremdkapitalzinssatz auf rund 3,0 Prozent (Vorjahr: 3,3 Prozent). Zum Bilanzstichtag verfügte technotrans über zugesagte, aber nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 13,5 Millionen €. Außerbilanzielle Finanzinstrumente wie etwa Leasing haben für uns nur eine untergeordnete Bedeutung.

2015 hat es keine Beschränkungen der Verfügbarkeit der gewährten Darlehen gegeben. Die Finanz- und Liquiditätsplanung der technotrans AG unterstellt auch für das operative Geschäft im Jahr 2016 eine ausreichende Liquiditätsausstattung, um jederzeit ihren absehbaren Zahlungsverpflichtungen nachkommen und zugleich bankenunabhängig Akquisitionschancen ergreifen zu können. Auf Basis einer soliden Eigenkapitalausstattung und einer komfortablen Liquiditätsausstattung im Zusammenspiel mit Finanzierungszusagen der Banken, kann technotrans jederzeit flexibel investieren.

Die langjährigen Geschäftsbeziehungen mit unseren Banken haben sich weiterhin als stabil erwiesen. Das aktuelle Umfeld bietet jedoch keine Gewähr, dass sie ihrer Rolle als Finanzierungspartner auch zukünftig im gewohnten Umfang gerecht werden wollen oder können. Darüber hinaus stehen technotrans als börsennotierter Gesellschaft die Instrumente des Kapitalmarktes zur Verfügung.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung im Mai 2016 die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2015 in Höhe von 0,48 € pro ausstehender Aktie vorschlagen.

Investitionen

Die Investitionen betrugen im Berichtsjahr 1,7 Millionen € (Vorjahr: 1,4 Millionen €). Hiervon entfielen 1,3 Millionen € auf Sachanlagen und 0,4 Millionen auf immaterielles Anlagevermögen. Die Ausgaben wurden unverändert auf das vertretbare Minimum beschränkt. Die Investitionsschwerpunkte betrafen in erster Linie Ersatzbeschaffungen oder die IT-Ausstattung. Von dem Gesamtvolumen sind 1,4 Millionen € dem Segment Technology zuzuordnen und 0,3 Millionen € dem Segment Services. Aufgrund der geringen Fertigungstiefe hat die Investitionszurückhaltung keine Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Produktionskapazität.

* davon Zugang aus Unternehmenserwerb (2011: 1,1 Mio. EUR, 2013: 6,5 Mio. EUR)

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Entwicklungsaufwendungen betrugen 4,3 Millionen €. Das entspricht 3,5 Prozent vom Umsatz. Im Geschäftsjahr wurden außerdem 0,2 Millionen € Entwicklungskosten aktiviert. Die immateriellen Vermögenswerte verringerten sich auf 1,2 Millionen € (Vorjahr: 1,4 Millionen €) im Bereich der Entwicklungskosten. Im Berichtsjahr wurden Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 0,4 Millionen € (Vorjahr: 0,3 Millionen €) vorgenommen.

Die planmäßigen Abschreibungen des Geschäftsjahres 2015 lagen mit 3,2 Millionen € (Vorjahr: 3,0 Millionen €) leicht über dem Vorjahreswert. Hiervon sind 2,5 Millionen € dem Segment Technology und 0,7 Millionen € dem Segment Services zuzuordnen. Wesentlichen Anteil an den Abschreibungen haben der mit KLH erworbene Kundenstamm und die Immobilie in Sassenberg. Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte im Rahmen der durchgeführten Werthaltigkeitsprüfung waren nicht erforderlich.

Weitere konkrete Investitionen in das Anlagevermögen oder immaterielle Vermögenswerte, die mit einem ungewöhnlichen Finanzierungsbedarf verbunden wären, sind derzeit nicht geplant.

Liquidität

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Änderung des Nettoumlaufvermögens (Mittelzufluss) ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Millionen € von 10,2 Millionen € auf 12,0 Millionen € gestiegen. Der Cashflow wurde dabei insbesondere durch den erhöhten Jahresüberschuss von 6,2 Millionen € (Vorjahr: 4,4 Millionen €) positiv beeinflusst.

Cashflow (in Mio. EUR) Vergleich 2015 / 2014

  2015 2014
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 12,0 10,2
Nettozahlungsmittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit 10,2 7,1
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -1,7 -2,3
Free Cashflow 8,5 4,8
Liquide Mittel am Ende der Periode 20,0 17,2

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (Nettozahlungsmittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit) blieb im Berichtsjahr mit 10,2 Millionen € über dem Wert des Vorjahres (7,1 Millionen €). Mit rund 0,8 Millionen € hatten die Veränderungen des Nettoumlaufvermögens einen positiven Cashflow-Effekt (Vorjahr: 2,5 Millionen € negativ). Ursächlich hierfür ist zum einen der Mittelzufluss aus der Abnahme der Forderungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte (1,8 Millionen €) sowie der Zunahme der Verbindlichkeiten und erhaltenen Anzahlungen sowie anderer Passiva (Rückstellungen) in Höhe von +1,2 Millionen € (Vorjahr: +1,4 Millionen €).

Zum anderen ist mit -2,1 Millionen € gegenüber dem Vorjahr (-1,1 Millionen €) ein deutlich höherer Mittelabfluss aus dem Aufbau von Vorräten zu verzeichnen, welcher sich stichtagsbedingt aufgrund des Geschäftswachstums ergeben hat. Darüber hinaus stiegen die Auszahlungen für Zinsen und Steuern insgesamt auf -2,6 Millionen € nach -0,6 Millionen € im Vorjahr.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit (Mittelabfluss) sank erwartungsgemäß leicht um 0,6 Millionen € auf 1,7 Millionen € (Vorjahr: 2,3 Millionen €). Die insgesamt für Investitionen eingesetzten Nettozahlungsmittel setzen sich im Geschäftsjahr 2015 hauptsächlich aus Erhaltungsinvestitionen in Höhe von 1,7 Millionen € (Vorjahr: 1,4 Millionen €) zusammen, während im Vorjahr noch der letzte bedingte Kaufpreisanteil für den Unternehmenserwerb der Termotek GmbH in Höhe von 0,9 Millionen € finanziell zu decken war.

Der Free Cashflow ergibt sich aus dem Nettozahlungsmittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit abzüglich der Auszahlungen für operative Investitionstätigkeit. Im Berichtszeitraum erhöhte sich der Free Cashflow demzufolge auf 8,5 Millionen € (Vorjahr: 4,8 Millionen €).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr. Die für die Finanzierungstätigkeit eingesetzten Nettozahlungsmittel beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf -6,1 Millionen € (Vorjahr -4,6 Millionen €). Aus den Auszahlungen im Zusammenhang mit Darlehenstilgungen ergaben sich Mittelabflüsse von 3,6 Millionen € (Vorjahr 3,3 Millionen €). Die Dividendenausschüttung im Geschäftsjahr 2015 betrug 2,2 Millionen € (Vorjahr: 1,3 Millionen €). Liquiditätsabflüsse in Höhe von 0,3 Millionen € erfolgten im Zusammenhang mit dem Erwerb der Restanteile an der gds Sprachenwelt GmbH.

Die liquiden Mittel betrugen zum Jahresende 20,0 Millionen € und lagen damit erneut über dem Vorjahr (17,2 Millionen €). Aus Sicht des Kapitalmanagements ist die Liquiditätsausstattung des Konzerns unverändert komfortabel. Auch 2016 ist der Konzern damit in der Lage, die Zahlungsverpflichtungen aus dem operativen Geschäft jederzeit zu erfüllen.

Vermögenslage

Die Vermögens- und Kapitalstruktur des technotrans-Konzerns blieb 2015 stabil. Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2015 erhöhte sich dabei leicht von 74,5 Millionen € am Vorjahresstichtag auf 76,0 Millionen €.

Aktiva

Die langfristigen Vermögenswerte lagen Ende 2015 mit 25,2 Millionen € um 1,7 Millionen € niedriger als im Vorjahr (26,9 Millionen €). Diese Entwicklung ist wesentlich bedingt durch die planmäßigen Abschreibungen im Bereich der Sachanlagen und der Immateriellen Vermögenswerte.

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich hingegen von 47,6 Millionen € auf 50,8 Millionen €. Während die Forderungen um 1,3 Millionen € gegenüber dem Vorjahr gesunken sind, stiegen die Vorräte zum 31. Dezember 2015 um insgesamt 2,1 Millionen €. Die erhöhten Vorratsbestände zum Bilanzstichtag spiegeln im Wesentlichen die erweiterte Geschäftsbasis des Konzerns wider. Der Bestand an liquiden Mitteln hat sich gegenüber dem Vorjahr nochmals erhöht und erreicht mit 20,0 Millionen € (Vorjahr: 17,2 Millionen €) einen neuen Höchststand seit dem Börsengang 1998.

Passiva

Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital absolut um 4,2 Millionen € auf 51,7 Millionen € (Vorjahr: 47,5 Millionen €). Diese Entwicklung reflektiert den erfolgreichen Geschäftsverlauf des Konzerns in den zurückliegenden Jahren. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich damit auf 68,0 Prozent (Vorjahr: 63,7 Prozent). Die Eigenkapitalrendite (Return on Equity) als Verhältnis vom Jahresüberschuss zum Eigenkapital beträgt 12,3 Prozent (Vorjahr: 9,4 Prozent). Die Minderheitenanteile am Eigenkapital betrugen 0,9 Millionen € (Vorjahr: 1,0 Millionen €). Eine bilanzielle Veränderung zeigt sich zum Ende des Geschäftsjahres bei den Schulden. Wie geplant gingen die langfristigen Schulden 2015 von 10,9 Millionen € im Vorjahr auf 8,0 Millionen € zum Ende des Geschäftsjahres zurück. Vorrangig wurden hier die Finanzverbindlichkeiten vermindert. Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten weisen zum Bilanzstichtag mit 0,4 Millionen € einen leicht niedrigeren Bilanzwert als 2014 aus; sie enthalten im Wesentlichen den bedingten Kaufpreisanteil im Zusammenhang mit dem Beteiligungserwerb an der KLH (0,3 Millionen €). Die passiven latenten Steuern in Höhe von 0,5 Millionen € resultieren im Wesentlichen aus der Aktivierung eines Kundenstamms im Zuge der Akquisition der KLH Gesellschaften. Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich leicht um 0,2 Millionen € auf 16,3 Millionen € (Vorjahr: 16,1 Millionen €). Während die kurzfristigen Finanzschulden um 1,3 Millionen € abnahmen, erhöhten sich im Gegenzug die erhaltenen Anzahlungen von 2,0 Millionen € im Vorjahr auf 3,4 Millionen €. Zum Ende des Geschäftsjahres 2015 schlägt sich in diesem Anstieg das erhöhte Volumen im Projektgeschäft nieder. Am Bilanzstichtag wies technotrans insgesamt Finanzschulden in Höhe von 8,1 Millionen € (Vorjahr: 11,6 Millionen €) aus. Zum 31. Dezember 2015 wurden keine kurzfristigen Kontokorrentkredite in Anspruch genommen. Die langfristigen Finanzschulden resultieren in erster Linie aus Investitionen ins Anlagevermögen sowie aus den Beteiligungserwerben. Sie sind teilweise durch Grundschulden besichert. Detaillierte Angaben zur Struktur der Finanzschulden befinden sich im Konzernanhang (Gliederungspunkt 11).

Das Working Capital ermittelt technotrans aus den kurzfristigen Vermögenswerten abzüglich der kurzfristigen Schulden. Zum 31. Dezember 2015 lag das Working Capital mit 34,5 Millionen € um 9,5 Prozent höher als zum Vorjahresstichtag (31,5 Millionen €). Das gestiegene Working Capital ist auch ein Beleg für die verbesserte Liquiditätssituation des technotrans-Konzerns. Der größte Anteil an den kurzfristigen Vermögenswerten entfällt auf die liquiden Mittel.

Die Nettoliquidität des Konzerns, berechnet aus der Differenz von lang- und kurzfristigen, zinstragenden Finanzverbindlichkeiten zu den liquiden Mitteln, lag zum Ende des Berichtsjahres bei 11,6 Millionen € (Vorjahr: 4,8 Millionen €). Das Verhältnis von Nettoverschuldung zum Eigenkapital (Gearing) ist folglich negativ und beträgt -22,4 Prozent (Vorjahr: -10,0 Prozent).

Die Rückstellungen sind 2015 mit 6,5 Millionen € stabil auf Vorjahresniveau geblieben. Der Bereich der langfristigen Rückstellungen mit insgesamt rund 1,1 Millionen € (Vorjahr: 1,1 Millionen €) enthält sowohl personalbezogene Verpflichtungen (Pensionen) als auch diejenigen Bestandteile der Vorstandsvergütung, die auf die nachhaltige Unternehmensentwicklung abstellen. Die kurzfristigen Rückstellungen in Höhe von 5,4 Millionen € (Vorjahr: 5,4 Millionen €) setzen sich zusammen aus sonstigen Verpflichtungen gegenüber Personal (3,6 Millionen €), Garantieverpflichtungen (0,9 Millionen €) und sonstigen Rückstellungen (0,9 Millionen €). Im technotrans-Konzern werden keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente eingesetzt.