Geschäftsbericht 2015

Forschung und Entwicklung

Für den Bereich Forschung und Entwicklung lag 2015 der Fokus in dem Ausbau und der Weiterentwicklung von Kühlsystemen für Energiespeicher (z.B. Lithium-Ionen Batterien). Zahlreiche Projekte aus dem Bereich mobile Anwendungen (z.B. Energiespeicher für die Bahntechnik) werden hier entwickelt, produziert und getestet. Neben der Kühlung von Energiespeichern in der Bahntechnik erhalten wir aber auch zunehmend Anfragen aus dem Marktsegment Bustechnik. Hier ist eine zunehmende Nachfrage aus der batteriebetriebenen Verkehrstechnik zu erkennen. Ziel ist es, ein standardisiertes Produktprogramm für diesen Markt aufzubauen, wenngleich dies aufgrund des frühen Entwicklungsstadiums dieser Technologie noch sehr schwer zu realisieren ist. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können viele anwendungsabhängige Spezifikationen noch nicht detailliert beschrieben werden, da die Einsatzbedingungen und damit die notwendigen Erkenntnisse teilweise noch nicht vorliegen. Neben der eigentlichen Produktentwicklung ist die gesamte Branche noch stark durch Forschungs- und Vorentwicklungsarbeiten geprägt. Im Oktober 2015 war die technotrans erstmalig auf der Messe Busworld in Kortrijk/Belgien vertreten. Durch das sehr positive Feedback und durch die zahlreichen Kundenanfragen bzw. -projekte sind wir unverändert der Meinung, dass der mobile aber auch der stationäre Energiespeichermarkt ein interessantes zukünftiges Umsatzpotential für den technotrans-Konzern darstellt.

Ein weiteres Betätigungsfeld liegt im Technologie Monitoring, d. h. in der Beobachtung und Identifikation von Technologien, die eine zukünftige Relevanz für die technotrans-Unternehmensgruppe darstellen könnten. Neben dem Aufbau von Prototypen mit neuartigen Komponenten beschäftigen wir uns auch mit generellen Fragenstellungen bzgl. zukunftsweisender Technologien/Wirkmechanismen die in unseren Produkten/Systemen zukünftig zum Einsatz kommen könnten. Für zahlreiche Themen und Aufgabenschwerpunkte wurde in 2015 eine Kooperation mit der Hochschule Hamm-Lippstadt geschlossen. Durch den engen Kontakt mit Universitäten, Hochschulen und Organisationen streben wir weiterhin einen intensiven Austausch und eine Vernetzung mit externen Partnern sowie den Ausbau der Innovationskultur in der technotrans-Unternehmensgruppe an.

Ferner wurde in 2015 innerhalb des Entwicklungsbereiches (Controls/Steuerungstechnik) der Ausbau einer gruppenweiten Steuerungsplattform vorangetrieben. Neben der highcontrol Steuerung, die in unserem Produkt für die Sprühbeölung (spray.xact) auf der Messe Euroblech 2014 erstmals gezeigt wurde, präsentierte technotrans auf der Blechexpo 2015 eine weitere Neuentwicklung in Form der spray.xact easy. Mit diesem neuen Produkt sollen Anwendungsgebiete, die von der Komplexität her unterhalb der spray.xact liegen, erschlossen werden. Zudem präsentierte technotrans im Juni auf der "Laser World of Photonics" in München seine neuentwickelte modulare Steuerung im "Mediumpreissegment". Diese sehr flexibel einsetzbare Modularchitektur berücksichtigt den zunehmenden Kostendruck und bietet gleichzeitig zahlreiche Optionsmöglichkeiten für die technotrans-Kunden. Mit den Steuerungskonzepten implementiert technotrans sukzessive eine plattformunabhängige Kommunikations- und Visualisierungsmöglichkeit über Web-Browser und berücksichtigt somit den Vernetzungsgedanken von Industrie 4.0. Die Steuerungsplattform wird neben weiteren Neuentwicklungen ein Thema für die drupa 2016 mit dem Slogan "touch the future" sein.

Last but not least hat technotrans eine Kühleinheit für Gepäckscanner entwickelt. Wir sehen in diesem Einsatzbereich der Sicherheitstechnik einen steigenden Bedarf und ein weiteres gutes Nischenpotential für unsere Gruppe.

Grundsätzlich wird der Aufwand für die Entwicklung in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Liegen die entsprechenden Voraussetzungen vor, so werden Entwicklungskosten gemäß IAS 38 aktiviert und in der Bilanz als immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen. Die F&E-Quote (Entwicklungsaufwand im Verhältnis zum Gesamtumsatz) betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 3,5 Prozent (Vorjahr: 3,0 Prozent). Bezieht man den F&E Aufwand, wie üblich, auf den Segmentumsatz Technology ergeben sich, wie in der Tabelle dargestellt, folgende Werte.

Forschung und Entwicklung

Geschäftsjahr   GJ 2015 GJ 2014 GJ 2013 GJ 2012 GJ 2011
F&E-Aufwand 1 in T € 4.293 3.382 2.985 2.241 2.046
Innovationsquote 2 in % 5,3 4,6 4,5 4,2 3,3
Aktivierungsquote 3 in % 4,1 4,9 22,6 21,4 15,5
Immaterielle Vermögenswerte 4 in T € 1.195 1.439 1.583 851 336

Es ist zu erkennen, dass die F&E Aufwands-Quote nach den Krisenjahren wieder einen steigenden Trend aufweist. Dies reflektiert die Bereitschaft der Gruppe in neue Märkte, Produkte sowie generell in Technologie zu investieren. Die Aktivierungsquote, d.h. das Verhältnis aktivierte Entwicklungskosten bezogen auf den F&E Aufwand ist dagegen für 2015 rückläufig. Der Grund hierfür liegt in den Kriterien der IAS 38 und dem Entwicklungsstadium vieler Entwicklungsprojekte.

Für spezielle Entwicklungsthemen werden in seltenen Fällen externe Kapazitäten in Anspruch genommen. Kundenspezifische Entwicklungen können in Einzelfällen auch durch den Kunden mitfinanziert werden. Förderungsgelder oder Drittmittel wurden für das Jahr 2015 nicht in Anspruch genommen. technotrans besitzt eine Vielzahl von Patenten, Lizenzen und ähnlichen Rechten. 2015 wurden ebenfalls einige Entwicklungen zur Patentanmeldung gebracht, wobei Patentanmeldungen regelmäßig erst nach einer sorgfältigen Abwägung zwischen den Vor- und Nachteilen, die mit einer diesbezüglichen Absicherung verbunden sind, erfolgen.